Langjähriger Geschäftsführer reicht Staffelstab weiter
35 Jahre lenkte Ewald Heinzelmann die Geschicke der Kreishandwerkerschaft Reutlingen. Eine Ära, deren Ende zwar schon seit längerem bekannt war, die am Montagabend aber auch ganz offiziell zu Ende ging. Doch nicht nur das: Mit der Amtsübergabe an Martin Schübel beim Neujahrsempfang hat möglicherweise auch eine neue Ära begonnen.
Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die Menschen in der HAP-Grieshaber-Halle Ewald Heinzelmann nach über drei Jahrzehnten Tätigkeit für die Kreishandwerkerschaft.
Und mit Applaus und Blumen empfingen sie seinen Nachfolger Martin Schübel, der die Geschäftsführung seit Jahresbeginn inne hat. Keine leichte Aufgabe, das hat Schübel in seiner ersten Woche bereits erkannt. Vertritt die KHS doch die Interessen von 1.500 Mitgliedsbetrieben.
"Es ist unglaublich viel. Und ich bin so dankbar, dass Herr Heinzelmann noch da ist, verfügbar ist und ich auf ihn zurückgreifen kann. Denn es gibt plötzlich doch Fragen im Alltag, bei denen er mir mit seiner Erfahrung unglaublich hilft" kommentierte Schübel.
Aktuell lerne er die Innungsstrukturen und die Menschen in seiner Umgebung kennen. Vieles sei neu, auch wenn Schübel selbst aus dem Handwerk kommt.
Kreishandwerksmeister Steffen Mohl ist aber überzeugt, dass der neue Mann an der Spitze der Richtige für den Posten ist: "Es war ja absehbar, dass unser Geschäftsführer in den wohlverdienten Ruhestand geht. Und wir haben mit Herrn Schüble einen wirklich tollen Nachfolger gefunden. Er hat sich diese Woche schon sehr ins Zeug gelegt" sagte er.
Sein Vorgänger freut sich jetzt in erster Linie auf einen neuen Lebensabschnitt. Der Amtswechsel ging aber auch an ihm nicht spurlos vorbei.
"Wenn man eine Tätigkeit 35 Jahre lang gemacht hat kommen schon ein bisschen beklemmende Gefühle auf. Aber es ist ja ein geplanter Abgang und insofern freue ich mich, dass er sehr reibungslos geklappt hat und dass wir einen guten Übergang haben" so Heinzelmann.
Er blicke auf vieles zurück und freue sich auf einen neuen, anderen Lebensabschnitt, vor allem mehr Zeit mit seiner Familie.Die Themen des Handwerks, die ihn oftmals auch über die Arbeitszeit hinaus begleitet haben, werden von jetzt an seinen Nachfolger beschäftigen. Eines der bestimmenden sei zur Zeit – passenderweise – das Thema der Nachfolge.
"Noch nicht einmal, wenn es unbedingt selber vor der Tür steht. Aber man sieht es kommen und überlegt sich: Wie geht das? Und darin sehe ich eine Aufgabe. Wie können wir junge Menschen begeistern für das Handwerk und die Selbstständigkeit. Denn das Handwerk können ist das eine, das andere ist der mutige Schritt zu sagen: Ich werde selbstständig und werde Unternehmer" so der neue Amtsinhaber.
Den Menschen die Sorge davor zu nehmen und sie auf ihrem Weg zu begleiten sei eine echte Aufgabe. Eine, die die Kreishandwerkerschaft in den nächsten Wochen und vielleicht sogar Jahren beschäftigen werde.